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Get out of the Funk – 5 einfache Tricks, um deine Realität zu ändern

Unsere Gedanken bestimmen unsere Handlungen. Geht es auch anders herum? In diesem Artikel erfährst du, wie du wieder die Kontrolle über deine eigene Realität erlangst.

“Mann, ich kann heute nicht trainieren, ich bin zu gestresst.”

Markus war selbst noch nicht überzeugt von seiner eigenen Entscheidung. „Wenn es auf der Arbeit wieder ein bisschen entspannter ist, bin ich wieder motiviert, was für mich zu tun.“ Mit diesen Worten erklärte er sich selbst die Logik hinter seiner Entscheidung und sank ein wenig tiefer in meine Couch. „Gerade jetzt solltest du was für dich tun!“ erwiderte ich.

Erst einen Tag zuvor hatte ich in einem Buch über die Vorteile von körperlicher Betätigung gegen milde Depressionen gelesen. „Genau, wenn die Arbeit dich stresst, solltest du Gegenmaßnahmen ergreifen. Nicht erst, wenn du dich wieder gut fühlst.“ Ich suchte das Buch heraus und las ihm den Teil noch einmal vor. „Na gut, dann geh ich halt. Aber mit Protest!“ Ein paar Stunden später kam dann die dankende Textnachricht.

Wenn du jemandem einen Hammer gibst…

… sucht er nach Nägeln. Dieser ursprüngliche Spruch von Abraham Maslow (ja, der Typ mit der Pyramide) ist auch als Gesetz des Instrumentes bekannt und erklärt, warum Markus erst nicht zum Sport wollte. Wir lernen implizit von klein auf, dass fröhliche Menschen in der Sonne spazieren gehen, entspannte Menschen zum Yoga und motivierte Fitnessenthusiasten ins Studio. Sobald ein Problem auftaucht, versuchen wir es mit Denken zu lösen. So haben wir es beigebracht bekommen.

Quelle: Huffpost

Das Problem hierbei ist, dass wir mit zu viel Denken die Probleme meist noch größer machen und uns noch mehr stressen. Dann warten wir sehnlichst auf den Zeitpunkt, an dem sich alles gelöst hat und wir uns wieder um unser Wohlbefinden kümmern können. Ein Teufelskreis.

Psychische Probleme sind die Herausforderungen unserer Zeit

Rational wissen die meisten von uns, dass hier etwas gehörig schief läuft. Die milde bis gemäßigte Depression nimmt rasant und das so ziemlich auf der ganzen Welt. In den USA explodieren die Selbstmordraten in beinahe allen Altersklassen. Das Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen oder affektive Störungen weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein werden. Irgendetwas passt hier einfach nicht zusammen.

Die Gründe hierfür sind vielschichtig und die moderne Welt nützt unsere psychischen Schwächen dazu noch gnadenlos aus. Wenn wir in der Öffentlichkeit sind, gilt es zu „performen“. Das zieht wahnsinnig viel Energie. Zu Hause sind kleine Dopaminstöße nur ein paar Knopfdrücke entfernt. Anstatt uns mit Freunden zu treffen und das Handy mal zu Hause zu lassen, ergeben wir uns lieber alleine unserer Traurigkeit und lenken uns mit schneller und immerzu verfügbarer Unterhaltung ab. Nach einiger Zeit ist die Realität einfach nicht mehr sonderlich ansprechend.

Das Ego, der große Feind

In seinem Buch „Das Ego ist der Feind“ beschreibt Ryan Holiday, wie uns dieses kleine, nach Aufmerksamkeit und Anerkennung strebende Äffchen in unserem Hirn immer unglücklicher macht. Gleichzeitig brauchen wir das Ego, um uns in einer Leistungsgesellschaft stets weiter nach vorne zu pushen und unseren Verantwortlichkeiten gerecht zu werden. Jeder, der nach einer anstrengenden Yoga-Session die „Wie-tot-daliegen-Übung“ gemacht hat, weiss, wie gut es sich anfühlen kann, das Ego einfach mal loszulassen.

Diese Erkenntnis ist natürlich nichts Neues. In Asien praktizieren Menschen schon seit Jahrhunderten, die Kontrolle über dieses kleine, wild gewordene Äffchen in unserem Kopf zu erlangen. Auch hier in Deutschland nimmt der Trend der traditionell buddhistischen Praktiken wie Meditation, Reiki, Yoga und dergleichen Fahrt auf. Nur ganz drauf einlassen können wir uns bisher nicht. Zu groß ist die kognitive Dissonanz zwischen einem einfachen Sein und dem steten “Performen” unserer Gesellschaft.

Kopf hoch – Es gibt gute Neuigkeiten!

Die guten Neuigkeiten sind, dass uns eine Trendwende bevorsteht. Die Biohacking-Bewegung ist nicht die einzige, die hartnäckig die neuesten Erkenntnisse der Psychologie und Neurobiologie verbreitet. Wir wissen mittlerweile unmissverständlich, dass Körper und Geist sind rückgekoppelt sind. Unsere Gedanken beeinflussen unsere Aktivitäten und genauso andersherum. Wie wir handeln, beeinflusst unser Denken und Fühlen.

In meinem Buch Biohacking – Optimiere dich selbst habe ich den faszinierenden Haka-Tanz der Maorī als Beispiel für eine Übung beschrieben, sich durch Bewegung in Ekstase zu versetzen. Dieses Phänomen ist durch die Forschung der Harvard Professorin Amy Cuddy wissenschaftlich fundiert (sie hat einen super TED-Talk dazu gehalten).

Werde selbst zum Method Actor

Wir alle kennen Sprüche wie „Fake it until you make it“ oder „Du wächst an deinen Aufgaben“, die im Grunde genau diese menschliche Fähigkeit beschreiben, durch Aktivitäten seine Umstände zu verändern.

Unter Schauspielern wurde diese Methode als „Method Acting“ bekannt. Der Darsteller eignet sich hierbei erst einmal die Gewohnheiten und Verhaltensweisen des Parts an, den er spielen soll, bis er sich emotional komplett mit der Rolle identifizieren kann. Andersherum würde das es nicht funktionieren. Der Schauspieler würde dann unter Umständen vergeblich darauf warten, sich wie die Rolle zu fühlen, um sie zu spielen. Beim Method Acting gilt: Erst spielen, dann fühlen.

5 einfache Tricks, um deine Realität zu ändern

Hier sind ein paar erprobte und studierte Methoden, um deine Realität nach deinen Vorstellungen zu gestalten. Der Buchautor von Stealing Fire und Gründer vom Flow Genome Project Jamie Wheal spricht hier von einem Wechsel von einem psychischen Betriebssystem hin zu einer veränderbaren mentalen Benutzeroberfläche. Und unser FlowFest-Sprecher und Buchautor Lars Amend würde sagen: „Ändere deine Perspektive und du änderst deine Welt.“

1. Wenn du dich gestresst fühlst, meditiere für 15 Minuten.

Psychologen an der Universität von North Carolina haben im Jahr 2009 herausgefunden, dass Versuchspersonen bereits nach vier Tagen Meditationstraining bemerkenswerte Fortschritte in den Bereichen Aufmerksamkeit, Gedächtnis, kognitive Flexibilität und Kreativität verzeichnen konnten. In nur vier Tagen!

Meine Empfehlung: Besonders, wenn du noch nicht so viel Erfahrung mit dem Meditieren hast, verwende eine App wie Headspace oder 7mind zu verwenden (ich verwende sie heute noch). Hier findest du ein Interview mit den beiden 7mind-Gründern über ihre Vision, der Welt das Meditierten beizubringen.

2. Wenn du deprimiert bist, dusche kalt.

Körperliche Betätigung wirkt sich unmittelbar auf dein Wohlbefinden. Genauso kaltes Wasser! Bereits Pfarrer Kneipp hat das vor zweihundert Jahren erkannt. Gerade erlebt die Kälte durch Persönlichkeiten wie Wim Hof oder Dr. Josephine Worseck eine Renaissance. In England werden Kaltwasserbäder bereits wieder als Alternativen zu Antidepressiva verschrieben.

Meine Empfehlung: Schau dir diesen Artikel zur Kältetherapie an und dusche danach für 30 Sekunden eiskalt.

3. Wenn Selbstvertrauen angeknackst ist, tanze den Haka.

Eine selbstbewusste Körperhaltung führt innerhalb 15 Minuten nachweislich zu einer Senkung des Cortisolspiegels und einem Anstieg des Testosteronlevels.

Meine Empfehlung: Probiere es selbst einmal aus und stelle dich wie Superwoman vor einen Spiegel mit gerader Haltung, Brust raus, tiefe Atmung, ziehe die Schultern nach hinten und lächle dich selbstbewusst an. Wie fühlst es sich an?

4. Wenn du zu viel am Handy hängst, lösche deine Social Media Apps.

Lösche Facebook, Instagram und weitere Apps, die dir regelmäßig die Zeit rauben. Du wirst merken, dass sich FOMO (Fear of Missing Out) bald in JOMO (Joy of Missing Out) verwandeln wird. Nach dem Prinzip, aus den Augen, aus dem Sinn.

Meine Empfehlung: Lösche alle Social Media Apps von deinem Smartphone für eine Woche. Danach evaluiere, was passiert ist.

5. Wenn du nicht einschlafen kannst, schreibe ein Tagebuch.

Besonders abends passiert es dem ein oder anderen, dass sich die inneren Dämonen Gehör verschaffen wollen. Kurz vor dem Einschlafen denken wir an alles mögliche, was uns passieren könnte, was wir noch tun müssen und Situationen, in denen wir unseren Ansprüchen nicht gerecht wurden. Schreiben hilft, den Gedanken ihr Gewicht zu nehmen. Dazu weisst du, dass du morgen alles nachlesen und dich dann bei Tageslicht damit beschäftigen kannst.

Meine Empfehlung: Besorge dir ein Tagebuch, wie das Flow Journal, und platziere es mit einem Stift auf deinem Nachttisch. Verpflichte dich für eine Woche, täglich mindestens einen Satz mit deinen Gedanken zu Papier zu bringen. 

Bei all diesen Tipps gilt, wenn sich das Ego Gehör verschaffen will und dir ins Ohr flüstert: “Hey, ich weiss, was du vorhast. Nicht mit mir!”, dann erteile ihm eine Absage. “Du hast jetzt mal Sendepause. Ich brauche dich gerade nicht.“

Deine Realität beginnt im Kopf

Es ist schon erstaunlich, wenn man darüber nachdenkt, dass die eigene Realität nur einem selbst geschieht. Wir suchen zwar stets nach den Narrativen, die uns erklären, was gerade in unserem Leben passiert. Letztendlich ist es aber auch wieder nur unsere Interpretation der Erfolge und Misserfolge, die uns passieren. 

Also, tu diese Woche mal etwas Verrücktes. Es ist dein Leben. Du entscheidest, wie deine Welt aussieht. Du wirst sehen, wenn du merkst, welche Power du über deine eigene Realität hast, wird sie sich dein Umfeld bald nach dir richten.

Meine Frage an dich: Was ist deine Go-To-Methode, um aus dem Funk zu kommen und deine Sichtweise zu ändern? Teile es gerne mit mir in einem Kommentar.

Allgemein, Biohacking, Flow, Geist, Lifestyle-Tipps, Meditation, Mindset
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