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Von FOMO zu JOMO – Was tun wenn du mit dir selbst unzufrieden bist

Es war nie einfacher als heute, sich für nicht gut, fit, reich oder abenteuerlustig genug zu halten. Hier erfährst du ein paar Tipps, um mit dir selbst wieder zufriedener zu sein.

„Der Flo ist schon wieder Kite-Surfen!“

Meinem Blick auf meinen Instagram-Account folgt dieses Gefühl, das unsere Social Media Generation nur zu gut kennt. Die Angst, nicht zu genügen, etwas zu verpassen, nicht cool genug zu sein. Diese emotionale Tendenz, sich mit anderen zu vergleichen und irgendwie mithalten zu müssen im aktuellen Social-Media-Wahnsinn hat auch einen Namen. Sie nennt sich FOMO.

Was ist FOMO?

Nur zu gut ist mir noch das Gefühl in Erinnerung, wenn ich an einem eigentlich schönen Tag die tollen Fotos und Videos von Freunden und Kollegen beim Baden, Wandern, Segeln oder Klettern sehe. Klassische FOMO oder auch Fear of Missing Out = die Angst, etwas zu verpassen…

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Spätestens bei der dritten Instagram Story spielt mir mein Kopf einen üblen Streich und schaltet meinen inneren Kritiker ein: „Hey, warum machen wir eigentlich nichts Aufregendes dieses Wochenende? Wäre es nicht an der Zeit, auch mal Kite-Surfen zu lernen? Wenn du nicht aufpasst, sind bald ALLE cooler als du!“

Manchmal ist ein bisschen FOMO auch nicht verkehrt, denn sie kann uns dazu bringen, mal etwas Neues auszuprobieren. In den meisten Fällen lenkt sie uns aber nur von den schönen Dingen ab, die sich in unserem Umfeld befinden.

Ich denke dabei immer an mein FOMO-Äffchen in meinem Kopf, dass herumhüpft und schreit: „ICH WILL WAS COOLES ERLEBEN UND ES DER GANZEN WELT ZEIGEN!“

FOMO lauert hinter vielen Ecken. Vielleicht erkennst du dich auch in einer der folgendenen Szenarien, die mir alle schon wiederfahren sind:

  • „Der Typ trainiert wirklich ständig! Ich sollte häufiger ins Studio…“
  • „Die Firma hat schon wieder ein neues Produkt? Wir müssen da echt einen Zahn zulegen.“
  • „Die sind schon wieder beim Surfen? Ich reise einfach nicht mehr genug!“

Diese Gedanken bewegen sich dann in Spiralen, die mir ständig suggerieren, ich müsste noch mehr trainieren, arbeiten, reisen, Zeit mit coolen Leuten verbringen und auf die angesagtesten Events gehen.

Das Problem: In einer Welt, die niemals schläft und 24 Stunden am Tag Content produziert, gibt es kein Genug!

JOMO – ein Gegenmittel

Offensichtlich war ich nicht der Einzige, der sich so gefühlt hat. Denn mittlerweile gibt es eine Gegenbewegung, die sich gegen den ständigen Drang richtet, immer mithalten zu müssen. Sie nennt sich JOMO, the Joy of Missing Out = die Freude am Verpassen.

JOMO kann so laufen. Das nächste Mal, wenn du dich dabei erwischst, wie du dir an einem langweiligen Samstag Nachmittag wünschst, doch mit an den Strand gefahren zu sein, denk dir einfach: „Wie froh ich bin, dass ich heute mal nichts unternehmen muss – JOMO!“

Dann nimm dir ein Buch zur Hand und genieße es, mal Zeit für dich zu haben. Und teile es bloß nicht auf Social Media, denn sonst fängt der Spuk von vorne an ;)

Nicht alles was glänzt ist Gold

Ich verrate dir auch noch ein Geheimnis. Nicht hinter jedem traumhaften Bild steckt auch eine traumhafte Erfahrung. Wahrscheinlich sogar ganz im Gegenteil. Denn diejenigen, die stets von ihrem aufregenden Leben berichten, kompensieren nicht selten für etwas, was gerade überhaupt nicht so gut läuft.

Hier ein Beispiel. Vor einiger Zeit schickte mir eine Freundin folgendes Bild:

Ich schrieb „Wow, wie schön! Sieht traumhaft aus!“ und war zugegeben ein wenig neidisch, da ich gerade an einem stressigen Projekt arbeitete und keine Zeit für romantische Sonnenuntergänge hatte.

Später erzählte sie mir, dass sie an diesem Abend furchtbar mit ihrem Freund gestritten hatte und das der Abend eigentlich überhaupt nicht so schön war. Der Schein kann trügen und wir haben selten alle Informationen…

Lebe im Moment ohne dich zu Vergleichen

Es ist kein Geheimnis. Es gibt immer irgend jemanden, der noch erfolgreicher, schöner, fitter, abenteuerlustiger oder glücklicher ist. Na und? Die nächste Hochphase wird auch für dich kommen, das kann ich dir versprechen.

Am Ende zählen eh nur die Momente, in denen du dich selbst vergessen, in einem inspirierenden Gespräch verloren, gelacht, geweint, gefühlt und geliebt hast. Diese Flow-Momente kommen unvorhergesehen und es braucht oft nur ein bisschen Achtsamkeit dazu.

Daher möchte ich dir mit folgenden Worten ein flowiges Wochenende wünschen:

Tanze, auch wenn niemand dich sieht,
Liebe, auch wenn sie nicht erwidert wird,
Singe, auch wenn keiner dir zuhört und
Lache, auch wenn du keinen Grund dazu hast.

Wenn du das kannst, dann hast du gewonnen.

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