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Gesättigte Fettsäuren: Warum Speck wieder in die Pfanne gehört

Butter, Bacon, Eier und Kokosöl waren lange Zeit auf keinem gesunden Ernährungsplan zu finden. Das hat sich nun geändert, denn nach neuesten Erkenntnissen bringen die gesättigten Fettsäuren so allerlei positive Eigenschaften mit sich.

Stolz präsentierte ich mein selbst zubereitetes Frühstück.

“Das isst du jeden Tag? Ja dann gute Nacht. Das trieft ja nur so vor Cholesterin!?!”

Offensichtlich stand meine morgendliche Auswahl an Lebensmitteln entgegen der Auffassung einer gesunden Ernährung meiner Mutter.

“Du weißt, dass unsere Familie da genetisch nicht unbedingt begünstigt ist.”

Tatsächlich haben mehrere Personen in meinem nächsten Verwandtenkreis hohe Cholesterinwerte, wohl genetisch bedingt. Was meine Mom noch nicht wusste, war, dass meine Blutfettwerte über das letzte halbe Jahr sogar besser geworden sind, trotz oder vielleicht sogar wegen der Butter im Kaffee und dem Speck zum Frühstück..

MyFitnessPal Breakdown

1,008 Kalorien und 77 Gramm Fett

Aber jetzt zum Grund der Meinungsverschiedenheit während meines Heimatbesuches: Zwei Eier, eine Scheibe Räucherlachs, zwei Scheiben gebratener Speck, eine Avocado und ein Kaffee mit Butter und MCT-Öl.

Nach der Ernährungsdatenbank von MyFitnessPal sage und schreibe 1,008 Kalorien, 77 Gramm Fett, davon 36 Gramm gesättigt und 15 Gramm ungesättigt wie oben im Screenshot der App. Auch mit meinen Ausführungen über Ketonkörper und intermittierendes Fasten konnte ich noch nicht wirklich überzeugen.

Zugegeben, das Frühstück war vielleicht ein bisschen sehr fetthaltig. Dennoch, Fett ist eine exzellente alternative Energiequelle zu Kohlenhydraten. Aber: Ganz so einfach ist es nicht, denn Fett ist nicht gleich Fett.

atmen

Warum bekommen die Inuit keine Herzinfarkte?

Die Verbindung zwischen Fettsäuren und Gesundheit bekam erstmals wissenschaftliche Aufmerksamkeit, als man in den 1970ern beobachtete, dass das Naturvolk der Inuit in Grönland trotz einer sehr fett- und cholesterinreichen Ernährungsweise signifikant niedrigere Inzidenz koronarer Herzerkrankungen aufzeigte.

Die folgenden Studien kamen immer wieder zu dem Schluss, dass der hohe Anteil an den mehrfach ungesättigten Omega-3 Fettsäuren der Grund für die exzellente Herzgesundheit war. Gleichzeitig bemerkte man in westlichen Gesellschaften, dass ein Ungleichgewicht der mehrfach ungesättigten Fettsäuren chronische Entzündungen im Körper und damit ernste Krankheiten verursachen kann.

Welche Fette man also zu sich nehmen sollte und welche nicht, erfährst du in tieferem Detail in diesem Artikel.

Die Unterschiede von Fettsäuren: Kettenlänge und Doppelbindungen

Eine Fettsäure ist eigentlich eine Kette aus Kohlenstoffatomen, sogenannten C-Atomen. Die verschiedenen Säuren unterscheiden sich dann in der Länge der Kette und der Anzahl und Position der Doppelbindungen (zwei bindende Elektronenpaare anstatt eines). Auf Basis der Kettenlänge kann man die Fettsäuren in kurz- (bis 7 C-Atome), mittel- (8 bis 12), und langkettige (mehr als 12) unterteilen.

Fettsäuren, bei denen alle C-Atome miteinander lediglich durch ein Elektronenpaar verbunden sind, nennt man gesättigte Fettsäuren. Sobald nur eine Doppelbindung auftaucht, werden sie als ungesättigt bezeichnet. Besteht mehr als eine Doppelbindung, spricht man von mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Gesättigte Fettsäuren liefern Energie und beugen Krankheiten vor

Besonders die gesättigten Fettsäuren wurden lange Zeit verteufelt. Butter wurde durch Margarine ersetzt, Eier und Kokosfett vom Speiseplan verbannt. Alles was ölig war und Cholesterin enthielt, war ein Schritt Richtung Herzinfarkt.

Über die letzten Jahre hat sich diese Ansicht geändert. Erst kürzlich hat eine umfangreiche Analyse von Wissenschaftlern aus Cambridge, Oxford und Harvard ergeben, dass keine signifikante Beziehung zwischen der Einnahme von gesättigten Fettsäuren und der Herzgesundheit hergestellt werden kann.

Ganz im Gegenteil, mittlerweile häufen sich die Anzeichen, dass gesättigte Fettsäuren sogar gewünscht sind, die Leber unterstützen, das Immunsystem stärken und das Testosteronlevel auf natürliche Weise erhöhen. Die Caprylsäure zum Beispiel, die in Kokosöl und MCT-Öl enthalten ist, wirkt effektiv gegen viele virale und bakterielle Krankheitserreger.

 

Flowgrade MCT-Öl besteht aus mittelkettiger Caprylsäureund Caprinsäure mit 8 Kohlenstoffatomen

Das MCT Öl von Flowgrade besteht zum Beispiel aus Caprylsäure und Caprinsäuremit 8 C-Atomen und ist somit eine mittelkettige Fettsäure.

Mittelkettige Fettsäuren haben den Vorteil, dass sie direkt in die Leber transportiert und dort verstoffwechselt werden ohne Enzyme der Bauchspeicheldrüse zu benötigen. Es entstehen sogenannte Ketonkörper, die als ausgezeichnete Energielieferanten in anderen Organen zur Verfügung stehen.

Fazit: Gesättigte Fettsäuren gehören auf den Speiseplan

Gesättigte Fettsäuren sind wesentlich besser als ihr Ruf. Besonders die in Kokosöl aber auch Weidebutter enthaltenen, mittelkettigen Fettsäuren unterstützen die Abwehrkräfte, fördern die Verdauung, liefern Energie und erhöhen die Aufnahme von Aminosäuren und Mineralstoffen, was den Muskelerhalt unterstützt (4). Hier zwei Rezepte, die euch mit guten Fetten satt machen und Energie liefern:

Zum Rezept für den „Apple Power Cake“ Apfelkuchen

Zum Rezept für den Bulletproof Coffee

Dagegen solltet ihr eher auf die Transfette und das Verhältnis der mehrfach ungesättigten Fettsäuren in eurem Speiseplan aufpassen!

Biomarker, Ernährung, Gesundheitstrends, Ketose, Paleo
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Kommentare

  • mattis

    Spannende Lektüre! Und Bestätigung für mein intuitives Ess-Verhalten: Iss das, was in deiner Region Tradition ist und was dort – seit Jahrtausenden – klimatisch bedingt wächst (Pflanze UND Tier). Ein großes Problem ist m.E. leider unsere wohlstandsbedingte Maßlosigkeit bei der Nahrungsaufnahme.

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  • Raphael Jung

    Hey Max,
    Sehr schön geschriebener Artikel zu deinen eigenen Erfahrungen im Umgang mit fetthaltiger Ernährung. Ich denke man muss das Thema dennoch sehr individuell betrachten und sollte vorsichtig sein, hieraus eine generelle Empfehlung abzuleiten.
    Um dem Leser das Bilden einer eigenen Meinung zu ermöglichen, wäre es super deinen Aussagen „auf den Zahn fühlen“ zu können. Und da zählen der Stern und greatist.com auch im heutigen Zeitalter nicht als Primärliteratur. Die einzige Studie auf die wirklich effektiv verwiesen wird hat einen toten Link (umfangreiche Analyse von verschiedenen Wissenschaftlern). Vielleicht kannst du die noch nachreichen?! Danke !

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  • Pierre

    Wieder ein sehr sehr guter Artikel zu einem sehr aktuellen Thema.
    Ich muss immer wieder feststellen, dass sich der Mythos vom „schlechten“ Fett sehr hartnäckig hält.
    Ich glaube jeder, der sich so ernährt kann von einem ähnlichen Erlebnis in der Familie berichten 🙂
    Ich erlebe es auch immer wieder, dass Ärzte eine fettarme- und Kohlenhydratreiche Ernährung empfehlen, wenn ein zu hoher Cholesterinwert oder sogar Diabetes festgestellt wird.
    Da könnte man beinahe auf die Idee kommen, dass Ärzte an Cholesterintabletten oder Insulin mitverdienen.
    Bin mal gespannt, wann wir so weit sind wie Schweden.

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