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Wie du in den Flow kommst – Teil 1: Die umweltbedingten Flow Trigger

Die Konzentrationsfähigkeit steigt an, die mentale und physische Leistung durchbricht ihre Grenzen. Das ist Flow! Spezielle Auslöser, sogenannte Trigger helfen dir, in den ersehnten Bewusstseinszustand zu gelangen. Doch was sind „Flow Trigger“? Wir erklären euch in unserer mehrteiligen Reihe, was euch tiefer und schneller in diesen Zustand bringen kann.

„Flow folgt immer einem starken Fokus auf etwas.“ Während ich mit Flow Genome Gründer Steven Kotler spreche, versucht ein hochkonzentriertes Mädchen hinter mir, auf einer speziellen Flow-Schaukel, perfekt zu schwingen, um den Überschlag schaffen. Sie ist ganz nah dran. Steven beschreibt mir währenddessen sein Konzept der Flow Trigger, von speziellen Auslösern, die dabei helfen, in den ersehnten Bewusstseinszustand zu gelangen. Je mehr Fokus dir ein Trigger abverlangt, desto schneller bringt er dich in den Flow. Steven hat eine simple Lösung für mehr Flow: „Wenn du mehr Flow in deinem Leben willst, dann fülle dein Leben mit vielen Flow Triggern.“

Flow ist ein erhöhter Geisteszustand, in dem die Konzentrationsfähigkeit sowie die mentale und physische Leistungsfähigkeit enorm ansteigen. Flow erlaubt das komplette Aufgehen in einer Aktivität, das wir alle schon einmal erlebt haben, sei es auf dem Basketballplatz, in der Heimwerkstatt, in einer intensiven Diskussion mit einer guten Freundin oder bei einem Berliner Rave. Für ein Verständnis der genauen Funktionsweise dieses begehrten Zustandes, sehe dir unseren Artikel zur Neurobiologie des Flow Zustandes an.

17 Flow Trigger haben Steven Kotler, sein Co-Gründer Jamie Wheal und ihr Team bis heute ausgemacht, davon drei umweltbedingte, vier psychologische, neun soziale und einen kreativen Auslöser. In dieser vierteiligen Serie erklären wir dir alle Trigger im Detail und geben dir Tipps, wie du diese in deinen Alltag integrieren kannst, um mehr Zeit im Flow zu generieren. Wir beginnen Teil 1 mit den drei umweltbedingten Flow Triggern. Lass uns in den Kommentaren wissen, welcher Umwelt-Trigger dein Favorit ist!

1. Hohes Risiko

Wenn wir Aktivitäten mit hohem Verlustrisiko nachgehen, passen wir automatisch besser auf. Genau das ist der Grund, warum Flow vermehrt bei Extremsportlern untersucht wird. Extremsport und Risiko gehen Hand in Hand. Big Wave Surfer, BASE Jumper und Formel 1 Fahrer setzen sich in der Regel hohem körperlichen Risiko aus, welches ihre volle Aufmerksamkeit verlangt. Allerdings brauchst du nicht unbedingt Lebensgefahr (auch wenn das wahrscheinlich der stärkste Flow Trigger ist), um in einen erhöhten Bewusstseinszustand zu gelangen. Das wichtige ist erstmal Risiko, in welcher Form auch immer. Eine attraktive Person anzusprechen birgt immer die Gefahr der Zurückweisung oder ein neues Business zu starten, das Risiko, zu scheitern, Geld zu verlieren, oder sich vor anderen bloßzustellen. Oder wie es der Harvard Psychologe Ned Hallowell beschreibt: „Um in den Flow zu gelangen, muss man Risiken eingehen. Der Liebende muss seine Seele offenbaren und Ablehnung und Demütigung riskieren, um in den Zustand zu gelangen. Der Athlet muss eine Verletzung oder sogar sein Leben riskieren. Der Künstler muss sich dem Spott und der Häme von Kritikern und der Öffentlichkeit stellen und trotzdem weitermachen. Jeder von uns muss gewillt sein, zu versagen, sich zu blamieren oder auf die Nase zu fallen, wenn wir in diesen Zustand kommen wollen.“

Flowgrade Tipp: Gehe ein soziales Risiko ein: Sprich die attraktive Person auf der nächsten Party an, frage nach mehr Verantwortung auf der Arbeit oder poste deinen nächsten selbstgeschriebenen Song öffentlich auf Youtube.

2. Vielfältige Umgebung

Ein weiterer umweltbedingter Flow Trigger ist eine vielfältige Umgebung. Diese ergibt sich hauptsächlich aus drei Elementen: Neuheit, Unvorhersehbarkeit und Komplexität. Die Konfrontation mit einer Situation voller unbekannter Details ruft eine Ausschüttung an Dopamin und Norepinephrin hervor. Diese Neurochemikalien spielen eine wichtige Rolle. Ein Snowboarder, der kurz nach Sonnenaufgang auf dem Berg mit Neuschnee auf den unbefahrenen Hang vor ihm hinunterblickt, wird durch diese Umgebung ins Jetzt gerufen. Der Schnee, die Gelegenheiten und Risiken vor ihm auf dem Hang, die Natur, der Wind, die Bäume. Dieses facettenreiche Umfeld fordert Aufmerksamkeit und Präsenz, zwei wichtige Voraussetzungen für den Flow Zustand. Um in eine reichhaltige Umgebung zu gelangen, musst du aber nicht zwangsweise auf einen Dreitausender. Bereits ein Spaziergang im Wald, ein Blick in den Sternenhimmel oder eine Radtour können einen ähnlichen Effekt haben. Gleichzeitig kannst du Neuheit und Komplexität in deinen Alltag kreieren, indem du einige deiner Gewohnheiten änderst und dich damit selbst herausforderst.

Flowgrade Tipp: Das nächste Mal, wenn du die U-Bahn nimmst, steige eine Station früher aus und laufe den Rest.

3. Erhöhte Sinneswahrnehmung

Neben den gängigen fünf Sinnen, Hören, Sehen, Fühlen, Schmecken und Riechen, nehmen wir unsere Umgebung noch über Propriozeption und über unseren Gleichgewichtssinn wahr. Propriozeption bezeichnet die Wahrnehmung von Körperbewegung und -lage im Raum sowie die Stellung einzelner Körperteile zueinander. Wenn alle diese Sensoren aktiviert werden, verlangt das Gehirn weitere Ressourcen, um alle Reize ansprechend zu verarbeiten. Das führt zu einer Ausschüttung von Adrenalin und einer erhöhten Sinneswahrnehmung. Auch hier sind Extremsportler oft am meisten gefordert, denn sie begeben sich nicht selten in eine dynamische Umgebung. Eine Kayakfahrerin, die sich in einen reißenden Fluss begibt, kann alle damit verbundenen Reize gar nicht mehr bewusst verarbeiten. Sie ist darauf angewiesen, dass ihre Sinneswahrnehmung sich an den Anspruch der Situation anpasst. Ein Weg, sich im Alltag diesen Trigger zunutze zu machen sind Übungen, die unsere Balance herausfordern.

Flowgrade Tipp: Nimm an einem Yoga-Kurs teil. Wenn du schon ein erfahrener Yogi bist, probiere dich an einer neuen Übung, die viel Balance und Körpergefühl erfordert.

Das waren die drei umweltbedingten Flow Trigger. In weiteren Beiträgen werden wir euch die verbleibenden 14 Trigger der anderen Bereiche näherbringen. Jeder von uns besitzt individuelle Vorlieben für Flow Trigger. Ich empfehle euch, herumzuprobieren, bis ihr euren Typ herausgefunden habt. Einen ersten Weg, herauszufinden, welcher Flow Typ ihr seid, findet ihr hier.

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