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Was bedeutet Erfolg – Flowgrade Show Episode 50 mit Andreas Kluth

Was bedeutet es eigentlich, erfolgreich zu sein und wie weisst du ob du Erfolg hast oder nicht? In dieser Episode der Flowgrade Show spreche ich mit dem Chefredakteur vom Handelsblatt Global und Buchautor von Hannibal and Me über die philosophische Bedeutung von Triumph und Niederlage. Viel Spaß!

“Im Grunde weisst du nie, ob du gerade erfolgreich bist.” Andreas Kluth spricht überlegt und ich merke, wie er gedanklich immer wieder aus eigenen Erfahrungen schöpft. Der Journalist und Buchautor hat einen beeindruckenden Werdegang hinter sich. Sein Weg zum Chefredakteur vom Handelsblatt Global führte über eine unglückliche Zeit als Investment Banker zum Korrespondent für den Economist im Silicon Valley (wo er unter anderem den Aufstieg von Steve Jobs und Apple miterlebte) und schließlich nach Berlin.

Vom Investment Banker zum Chefredakteur

Der Wendepunkt kam, als Andreas als gutverdienender, aber unglücklicher Investment Banker eine Dokumentation über den karthagischen Feldherrn Hannibal Barkas sah, der mit seinen Elefanten die Alpen überquerte und ganz Rom das Fürchte lehrte. Trotz all der siegreichen Schlachten führte Hannibal eigentlich in unruhiges, stressiges Dasein. Nie erreichte er sein großes Ziel, Rom zu erobern. Auf seinem Weg zu einem der größten Generäle der Geschichte verlor er zahlreiche Familienmitglieder und tausende seiner Landsleute bis er schließlich Selbstmord beging. Andreas beschloss daraufhin, seine Strategie zu ändern. Heute ist Andreas Kluth der Chefredakteur vom Handelsblatt Global, davor war er über 20 Jahre Korrespondent für den Economist. Dazu ist er der Autor von Hannibal and Me – What History’s Greatest Military Stragetist Can Teach Us About Success and Failure.

Was haben Hannibal und Pablo Picasso gemeinsam?

Immer wieder erkannte der leidenschaftliche Büchernarr Gemeinsamkeiten in den Geschichten historischer Persönlichkeiten, moderner Leistungsträger und seiner eigenen. Mit dieser Erkenntnis schrieb der Deutschamerikaner das Buch “Hannibal and Me” (vorerst nur in englischer Sprache erhältlich), in dem er Erfolg und Niederlage anhand zahlreicher Lebensläufe aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Was haben die Werdegänge von Hannibal, Pablo Picasso, Meriweather Lewis, Eleonore Roosevelt, Albert Einstein, Steve Jobs, Tiger Woods und Ludwig Erhard gemeinsam und wie unterscheiden sie sich?

Der Unterschied zwischen Strategie und Taktik

Als mir mein Vater das Buch von Andreas Kluth schenkte, war ich sofort begeistert. Das Buch lieferte mir Gedankenanstöße zu vielen essentiellen Fragen meines eigenen Lebens. Gegenüber meinem Assistenten Marc äußerte ich den Wunsch, Andreas für die Flowgrade Show zu interviewen. Und tatsächlich schaffte es Marc, den Kontakt herzustellen und kurz darauf fand ich mich im Berliner Büro des Handelsblatts wieder. Heraus kam eine Episode, die mir sehr am Herzen liegt. Ich freue mich sehr, diese mit dir teilen zu dürfen.

In dieser Folge der Flowgrade Show sprechen Andreas und ich über die Bedeutung von Erfolg und Misserfolg, die Charakteristiken von Menschen, die Großes geschafft haben und den bedeutenden Unterschied zwischen Strategie und Taktik. Denn auch, wenn du viele kleine Siege feierst, könnten diese vielleicht, wie bei Hannibal, auch Teil einer wesentlich größeren Niederlage sein. Wir sprechen über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der genannten Persönlichkeiten und versuchen daraus abzuleiten, was wir für unser heutiges Leben daraus lernen können.

Viel Spaß mit dieser sehr philosophischen Episode der Flowgrade Show!

Show Notes

  • 1:00 – Die Lebensreise von Andreas zwischen Amerika und Deutschland bis zum Handelsblatt
  • 7:00 – Über das Buch „Hannibal and Me“
  • 12:30 – Wie Andreas die Geschichte Hannibals entdeckte
  • 16:30 – Die rote Linie in erfolgreichen Geschichten
  • 20:00 – Die Geschichte von Meriwether Lewis, Steve Jobs und die Gemeinsamkeiten mit Scipio Africanus
  • 27:50 – Die zweite Hälfte von Albert Einsteins Leben und der Vergleich mit Hannibal
  • 32:00 – Ein wertvoller Rat an junge Leute
  • 37:00 – Über Harry Truman und Fabius
  • 40:00 – Warum Hannibals Taktiken siegreich aber seine Strategie mangelhaft waren
  • 48:00 – Interessante Personen, die es nicht ins Buch geschafft haben
  • 49:00 – Hannibal, Fabius und Scipio sind Elemente einer zusammenhängenden Geschichte
  • 52:00 – Über Ludwig Erhard, der Großonkel von Andreas, und seine späten Erfolge
  • 1:03:00 – Weitere Lektionen für den Zuhörer

Zitate

  • 10:45 – „In unseren Leben gibts die Aufs und Abs und Erfolge und Niederlagen und Triumph und Katastrophen. Aber die sind oft nicht das, wofür wir sie halten. Wenn es nicht tödlich ausgeht, sind es eigentlich immer Gelegenheiten, seine Persönlichkeit zu entdecken.“
  • 17:00 – „Du weißt nie, wo du gerade bist. Freue dich, wenn es gut läuft!“
  • 20:00 – „Wenn eine junge Person unerwartet viel Erfolg hat und zum Helden wird, was passiert dann als nächstes? Erfolg bedeutet oft unglaublichen Stress, manche fallen auseinander.“
  • 33:00 – „Mach dir nicht immer Sorgen. Dadurch kann man sich das Leben versauen.“
  • 33:00 – „Sollte es momentan noch nicht laufen, heißt das überhaupt nichts.“
  • 34:10 – „Wenn es gerade gut läuft, mach mal eine Pause und schau, ob es in eine Richtung läuft, die dir denn auch in 20 oder 30 Jahren noch gefallen wird.“
  • 36:00 – „Ich war einer der ersten auf Facebook, weil ich damals darüber geschrieben habe. Aber dann habe ich schon vor 4 oder 5 Jahren mein Konto gelöscht, weil es mir so auf die Nerven ging und ich gemerkt habe, das macht mich irgendwie unglücklich.“
  • 38:30 – „Es ist nichts Schlechtes, ein Spätzünder zu sein.“
  • 45:30 – „Lance Amstrong und Tiger Woods wären wahrscheinlich heute nicht mehr in meinem Buch.“
  • 49:55 – „In jedem Leben bist du irgendwann einmal Hannibal und hast große Erfolge. Dann musst du schauen, wo diese jetzt hinführen. Du bist aber auch irgendwann einmal Fabius. Dann geht es wirklich schief und du musst dir überlegen, was du jetzt machst. Dann musst du wie Fabius sein und es einfach akzeptieren. Und drittens bist du auch irgendwann einmal in der Situation, wie du Scipio oder Steve Jobs bist. Dann sagst du dir, jetzt ist alles egal. Jetzt kannst du nochmal in dich gehen und entscheiden, was du eigentlich tun wolltest.“

Erwähnte Personen im Podcast

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