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Hashimoto 101: Ein essentieller Wegweiser zur chronischen Entzündung der Schilddrüse

In diesem Artikel wollen wir Euch alles rund um Hashimoto näher bringen. Unser essentieller Wegweiser erklärt genau, was Hashimoto überhaupt ist, die Symptome der Krankheit, ihr Verlauf sowie eine detaillierte Therapieanleitung.

Hashimoto. Es klingt ein bisschen als hätte gerade jemand genossen. Und in der Tat hat Hashimoto etwas mit unserem Immunsystem und seiner Abwehr zu tun, genau wie das Nießen bei einer Erkältung.

Leider ist Hashimoto nicht ganz so harmlos wie ein bisschen Husten und Schnupfen. Es handelt sich hierbei nämlich um eine chronische Entzündung der Schilddrüse, in dessen Folge das Organ über Jahre mehr oder weniger zerstört wird, was schließlich eine Schilddrüsenunterfunktion herbeiführt.

Was ist Hashimoto

Auch als Hashimoto-Thyreoiditis bekannt, ist Hashimoto eine Autoimmunkrankheit und oft fälschlich als Schilddrüsen- und Hormonkrankheit gesehen. Hashimoto-Thyreoiditis ist in Wahrheit jedoch eine Krankheit, bei der das Immunsystem Antikörper gegen die eigene Schilddrüse richtet und diese aus bisher weitgehend unbekannten Gründen angreift.

Im gesunden Körper hat das Immunsystem normalerweise die Aufgabe uns vor Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilze zu schützen. Es produziert also Antikörper, die sich durch unser Blut bewegen und die „Eindringlinge“ bekämpfen, bevor diese uns krank machen können. Das Gleiche passiert bei Hashimoto im Grunde nicht mit Fremdkörpern, sondern mit unserer eigenen Schilddrüse.

In Folge wird Schilddrüsengewebe kontinuierlich zerstört und es kommt zu einer chronischen Entzündung und einem massiven Schilddrüsenhormonmangel. Da die Schilddrüse nun nicht mehr richtig arbeitet tritt einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) auf.

Die Symptome von Hashimoto

Hashimoto Ernährungsbalance

Hashimoto hat viele Gesichter und Symptome. Der Schilddrüsenhormonmangel behindert im Laufe der Zeit verschiedene Körperfunktionen und schränkt unsere Lebensqualität stark ein. So kann sich im Extremfall auch die Hirnleistung verschlechtern oder der Herzschlag verlangsamen.

Sehr häufig ist die Energieverwertung aus der Nahrung gestört, sodass man Gewicht zunimmt ohne, dass man seine Ernährung umgestellt hat.

Symptome von Hashimoto-Thyreoiditis sind unter anderem:

  • Ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsprobleme
  • Verstopfung
  • Haarausfall
  • Trockene Haut, brüchige Nägel
  • Depression
  • Kälteüberempfindlichkeit
  • Gewichtszunahme trotzt gleichbleibender Ernährungsgewohnheiten
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Desinteresse und Unlust
  • Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit

Der Krankheitsverlauf von Hashimoto

Oft kommen die Symptome von Hashimoto schleichend und werden nicht direkt als solche Krankheit erkannt, sondern als unspezifische Veränderung wahrgenommen. Manchmal kann es sogar Jahren dauern, in denen sich die Krankheit nahezu unbemerkt entwickelt.

Da die Krankheit recht schmerzlos verläuft, wird sie vielmals erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkt, wenn die Beschwerden eindeutiger werden und der Schilddrüsenhormonmangel die Körperfunktionen spürbar einschränkt.

Die Funktion der Schilddrüse & die Diagnose von Hashimoto

Bei einem gesunden Menschen erfüllt die Schilddrüse die Aufgabe der Produktion und Freisetzung der beiden Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (L-Thyroxin) und ist primär für die Steuerung verschiedener Stoffwechselvorgänge von Bedeutung.

Damit die Schilddrüse weiß, wieviel der genannten Hormone überhaupt produziert werden müssen, schüttet eine Hormondrüse im Gehirn (Hypophyse) das Schilddrüsen stimulierende Hormon TSH (Thyreotropin) aus. Die in unserem Blut vorhandene TSH-Menge signalisiert der Schilddrüse nun, ob und wieviel T3 und T4 gebildet werden müssen. Wenn die Schilddrüse aufgrund einer Unterfunktion nicht mehr ausreichend viele dieser Hormone bilden kann, steigt der TSH-Spiegel in unserem Blut.

Neben den oben genannten Symptomen, welche häufig nicht eindeutig der Krankheit zugeordnet werden können, hilft eine Bestimmung der T3- und T4-Werte sowie die Messung des TSH-Spiegels. Dieser übersteigt bei einer Schilddrüsenunterfunktion den Normwert stark. Fehldiagnosen bzw. Spätdiagnosen durch den Arzt kommen allerdings immer noch regelmäßig vor.

Wieso vor allem junge Frauen von Hashimoto betroffen sind

Generell erkranken Frauen an Hashimoto neunmal öfter als Männer. Häufig tritt die Krankheit im Alter von zwischen 40 und 50 Jahren auf. Heute sind aber auch viele junge, berufstätige Frauen von der Krankheit betroffen. Angeführte Gründe hierfür sind vorrangig chronischer Stress, sowie seelische und familiäre Belastung.

Durch die vielen Anforderungen der Emanzipation, wie zum Beispiel einen guten Job zu machen, Kinder zu bekommen sowie eine gute Ehefrau, Mutter und Hausfrau zu sein, vermehrt und verstärkt sich dieser Stress über Jahre.

Weitere Situationen in denen Schübe der Krankheit ausgelöst werden können sind:

  • Hormonelle Veränderungen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre
  • Hormonelle Situationen wie die Einnahme der Pille
  • Kontakt mit Umweltgiften
  • Möglicherweise auch durch schwere Vireninfektionen

Warum konventionelle Medikamente wahrscheinlich nicht wirken

Hashimoto MedikamenteDurch die chronische Entzündung wird Schilddrüsengewebe zerstört, was sich nicht ersetzten oder rückgängig machen lässt. Doch auch wenn die Krankheit unheilbar ist, lässt sie sich gut behandeln.

Eine Therapie gegen die Ursachen von Hashimoto durch die Schulmedizin lautet: lebenslang Tabletten nehmen, um das fehlende Schilddrüsenhormon zu ersetzen und weitere Komplikationen zu verhindern.

Betrachtet man Hashimoto jedoch einmal ganzheitlich, werden immer mehr Stimmen laut, dass die zerstörerische Reaktion des Immunsystems gegen die Schilddrüse auf weitere Faktoren zurückzuführen ist. Ganz voran wird immer wieder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit angeführt.

Häufiger Behandlungsfehler bei Hashimoto in der konventionellen Medizin ist, dass lediglich die Schilddrüse behandelt und weitere Krankheitsursachen nicht gesucht werden und folglich weiter wirken.

Irrtum der konventionelle Tablettentherapie

Der Schlüssel zu Hashimoto liegt eigentlich in der Entzündung an der Hypothalamus-Zirbeldrüsen-Schilddrüsen-Achse (HPT), welche bei einer Hormontherapie nicht berücksichtigt wird. Der Schaden an den Schilddrüsen-Rezeptoren, den die Entzündung anrichtet, wird nicht beachtet.

Somit ist es im Grunde egal, wie viel Hormone eingenommen werden. Die Zellen können diese nicht aufnehmen und die Tabletten unterbinden lediglich die Symptome. So fühlt der Patient sich besser, die Ursache wird mit den Tabletten aber nicht bekämpft.

Ernährungsumstellung & eine Therapieanleitung für Hashimoto

Besonders Darmprobleme sind bei fast allen Menschen mit Autoimmunstörungen zu finden. Das hängt damit zusammen, dass über 80% des Immunsystems im Dünndarm angesiedelt sind. Somit wäre es logisch, die Aufmerksamkeit auf das Immunsystem und unsere Ernährung selber zu lenken, anstatt ausschließlich auf die gesonderte Behandlung der Schilddrüse mit einer Hormonersatztherapie.

Heute wird vor allem der Appell von integrativen Medizinern lauter, dass Autoimmunkrankheiten im Zusammenhang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten stehen. Vor allem das Getreideprotein Gluten steht unter Verdacht, bei Hashimoto-Patienten eine zerstörende Immunreaktion gegen die Schilddrüse hervorzurufen. Ja, Gluten fördert sogar Autoimmunkrankheiten wie Hashimoto.

Was ist Gluten & wie wirkt es im Körper

Gluten ist ein Proteingemisch aus Glutenin und Gliadin und ist außerdem Bestandteil von Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer usw. Bis zu 50% Gluten enthält Weizen. Kombiniert man Gluten mit Wasser, so kommt eine klebrige Masse dabei heraus, welche als Grundlage zum Brotbacken dient. Nehmen wir diese Backwaren zu uns, bindet sich Gluten im Verdauungstrakt an die Dünndarmwand und verursacht somit Verdauungsbeschwerden und Immunstörungen.

Weiterhin haben Wissenschaftler herausgefunden dass einige Gliadin-Komponenten die dichten Verbindungen der Darmwand zerstören, welche normalerweise die Dünndarmzellen zusammenhalten und somit verhindern, dass Nahrungsteile in den Blutkreislauf sickern.

Wird die Darmwand durchlässig, spricht man von dem sogenannten Leaky-Gut-Syndrom. Nicht vollständig verdaute Nahrung oder auch Giftstoffe können dann ungehindert in den Blutkreislauf eindringen. Unser Immunsystem springt ein und verteidigt uns gegen die gefährlichen Fremdstoffe. Mit der fortschreitenden Zerstörung der Dünndarmwand kommt es zu einem erheblichen Entzündungsprozess im Darm.

Da bei einer Autoimmunstörung das Immunsystem bereits übermäßig aktiv ist, sollte man Gluten deshalb aus seiner Ernährung streichen, um den Körper nicht in eine dauerhafte Stresssituation zu versetzen.

Die Anti-Entzündungsdiät

Eine gezielte Ernährungsumstellung auf eine Anti-Entzündungsdiät, kann bei Hashimoto eine wesentliche Verbesserung vieler Symptome hervorrufen.

Die hochinformative Podcast Episode mit Daniel Knebel solltest du dir unbedingt einmal anhören. Hier findest du nicht nur heraus warum Hashimoto besonders bei jungen Frauen vorkommt, sondern bekommst auch ein paar tolle Ratschläge, wie du dich sinnvoll entgiftest, deinen Hormonhaushalt wieder in Ordnung bringst und so vieles mehr.

Im Interview hat Daniel auch viele wichtige Nahrungsergänzungsmittel zur unterstützenden Behandlung von Hashimoto empfohlen. Reinhören lohnt sich wirklich!

Hast du Erfahrungen mit Hashimoto, die du mit uns teilen möchtest? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Biohacking, Ernährung, Hashimoto, Inflammation
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Kommentare

  • Sue

    Hallo! Bei mir wurde per Zufallsfund im Januar Hashimoto diagnostiziert. Alle „Baustellen“ will ich nicht auf Hashimoto schieben, aber mir wurde doch so einiges klar. Ich bekam natürlich gleich L-Thyroxin verschrieben, welches ich nach 3 Wochen aber wieder absetzte. Mir ging es damit richtig schlecht.
    Ich vermute bei mir nach aufmerksamen Hören des Podcasts, eine Östeogendominanz und lass das jetzt mal abklären. Danke, dass du dich so um das Thema annimmst.

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  • Angelika

    Hi Maximillian. Mein Hashi ist ja in Urlaub. Auch dank Keto und Paleo. Der Podcast war klasse und da kann ich sicher noch einiges optimieren. Momentan bin ich aber auch, mit meinem tollen Doc (der da ja ungewöhnlich aufgeschlossen ist und den Podcast auch klasse fand) auch am Jod-Thema dran. – Wie wäre es mal mit Kyra Hoffmann im Podcast zum Thema Jod und Jod bei Hashi. So als Anregung.

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  • Juliane

    Hallo! Wenn ich da so an meine fünf Jahre vor der Diagnose denke, kann ich es heute immer noch kaum fassen. Ich hatte vor allem Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen, ständig Darmprobleme und war immer müde. Immer wieder war ich beim Arzt und saß auch zwei Mal in der Notaufnahme. Der erhöhte TSH-Wert wurde immer damit entschuldigt, ich sei aufgeregt. Ich bin in Depressionen verfallen, weil ich dachte ich sei verrückt und ein Hypochonder. Ich weinte ständig und selbst Freunde und Familie schoben es auf meinen psychischen Zustand, es sei alles psychosomatisch. Ich hatte Panikattacken und es gab Monate, in denen wollte ich das Haus nicht mehr verlassen. Ich entwickelte Aggressionen und wurde hysterisch, mein armer Freund. Egal wie sehr ich mich versuchte zusammen zu reißen, es passierte immer wieder. Bis ich dann weinend bei meiner Hausärztin saß, in der Stadt in der ich studiere, und nicht mehr wusste was ich tun soll. Sie untersuchte sofort den TSH-Wert und wurde fündig. Bei der genauen Betrachtung der Schilddrüse wurde dann festgestellt, dass insgesamt nur noch 4 ml vorhanden waren. Ich bekam L-Thyroxin und mir ging es schon bedeutend besser. Da der Wert sich anfangs nur gering veränderte, empfahl die Ärztin den Verzicht auf Gluten und ich steigerte mit dem Verzicht auf Getreide. Ich nahm nicht nur drei Kilo ab (ich bin an sich allerdings schon sehr schlank), sondern mein komplettes Lebensgefühl hat sich verändert. Ich liebe das Leben wieder und weiß schon gar nicht mehr, was ich noch nicht ausprobiert habe. Ich finde es sogar fast schon schade, dass der Tag nur 24 h hat. Und das schönste ist, ich kann meine Beziehung wieder 100 % genießen und habe meine Unabhängigkeit und Gelassenheit wieder.

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  • jana stolz

    Sehr hörenswert. ich kämpfe jahrelang mit vielen von genannten Symptomen, jetzt bin ich wegen Depression bei eine Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik gelandet.
    Wie komme ich an die besprochene Fragebögen und Grafiken? Ich bin 63Jahre und möchte mich mit diesem Zustand nicht abfinden. Ernährung optimiere ich seit Jahren, letzte 30 Tage nach Bulletproof-Diät. Ich suche eine kompetente persönliche Beratung?!!

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