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Testosteron #2 – Die Grundlagen

Ohne zu wissen, wie sich Testosteron im Körper verhält und in welche Unterformen es sich unterteilt, ist der Hormonspiegel nicht wirklich aussagekräftig. Denn letztendlich ist nur ein kleiner Anteil von Testosteron im Körper aktiv.

In unserem ersten Beitrag der fünfteiligen Testosteron-Serie haben wir kurz erklärt, warum es überhaupt Sinn macht, sich mit Testosteron näher zu befassen. In diesem Teil veranschaulichen wir euch die Mechanismen der Testosteronproduktion.

Die HPT-Achse

Auch wenn Testosteron vornehmlich als männliches Hormon bekannt ist, kommt es durchaus auch im weiblichen Körper vor, wenn auch in wesentlich geringerem Maße (Männer haben im Schnitt ungefähr 30-mal so viel). Eine kleine Menge wird in der Nebennierenrinde produziert aber der Löwenanteil stammt aus den Hoden.

Die Produktion beginnt im Gehirn und durchläuft von dort mehrere Stufen der sogenannten Hypothalamus-Hypophysen-Testosteron-Achse (HPT-Achse):

  • Der Hypothalamus bildet das Hormon Gonadoliberin (GnRH)
  • Gonadoliberin regt daraufhin die Hypophyse (oder Hirnanhangsdrüse) an, die Hormone LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon) auszuschütten
  • LH stimuliert wiederum die Leydig-Zwischenzellen zur Bildung von Testosteron

 

 

Es gibt drei Subtypen von Testosteron

Gleich nach der Produktion gelangt Testosteron wieder in den Blutstrom. Dort bindet sich der größte Anteil sofort an die Proteine SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) und Albumin, was dieses gebundene Testosteron biologisch inaktiv macht. Es gibt insgesamt also drei Unterformen von Testosteron:

  1. Freies Testosteron: Dieser Subtyp nennt sich “frei”, da er an kein Protein gebunden ist, an Rezeptoren andockt und die tatsächliche Wirkung von Testosteron freisetzt. Der Anteil von freiem Testosteron am gesamten Volumen beträgt in der Regel nur magere 2-3% und doch ist diese Form die aussagekräftigste für die tatsächliche Versorgung des Körpers mit Testosteron.
  2. SHBG-gebundenes Testosteron: Ungefähr 60% des produzierten Testosteron wird an das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG) gebunden. SHBG wird in der Leber produziert und in den Blutkreislauf freigegeben, wo es sich an Testosteron bindet. Damit hat SHBG eine hemmenden Einfluss auf die Wirkung von Testosteron, da es vom Körper nicht verwendet werden kann, um zum Beispiel das Muskelwachstum anzuheizen oder die Stimmung zu heben. Je höher der SHBG-Anteil, desto geringer ist das tatsächlich aktive Testosteron. Daher ist es möglich, dass man Symptome von Testosteronmangel verspürt trotz eines hohen Gesamtwerts. Der Anteil von SHBG nimmt mit dem Alter zu und ist einer der Gründer, warum sich Mangelerscheinungen oft bei älteren Männern zeigen.
  3. Albumin-gebundenes Testosteron: Etwa 38% bindet sich an das Protein Albumin, dass im Körper für die Aufrechterhaltung des Plasmavolumens sorgt. Die Bindung von Testosteron an Albumin ist jedoch viel schwächer als die an SHBG und kann bei Bedarf aufgelöst werden. Diese Form gilt daher als biologisch verfügbar und wird oft als beinahe gleichwertig zu freiem Testosteron gesehen.

 

 

 

Der gesamte Testosteronspiegel ist demzufolge relativ unbedeutend, da dieser alleine noch nicht preisgibt, wie viel Testosteron der Körper tatsächlich verwenden kann. Daher werden wir euch nächste Woche präsentieren, wie ihr eure Versorgung mit Testosteron am besten messen könnt und was genau die Werte bedeuten.

Habt ihr noch Anmerkungen oder Fragen zum Mechanismus der Testosteronproduktion? Wir freuen uns stets über Feedback, also hinterlasst uns Kommentare unter diesem Beitrag!

Biomarker, Fitness, Gesundheitstrends, Testosteron
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