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Die Grundlagen des Neuroathletiktrainings – Flowgrade Show Episode 60 mit Lars Lienhard

In dieser Episode spreche ich mit dem deutschen Begründer der Neuroathletik über den Einfluss von Gehirn und Nervensystem auf den Bewegungsapparat.

„Max, das Auge macht so unglaublich viel mehr als nur Sehen!“ Lars Lienhard spricht mit Faszination davon, was er in den Augenbewegungen seiner Athleten sehen kann. Der Sportwissenschaftler vereint in seiner Arbeit die Erkenntnisse der Neurowissenschaften, wie zum Beispiel die Bedeutung der Augen bei der Durchführung verschiedener Bewegungen, mit den Prinzipien eines Athletiktrainings.

Wenn du erstmal nur Bahnhof verstehst, dann mach dir keinen Kopf. Genau aus diesem Grund habe ich diese tolle Episode mit Lars aufgenommen. Aber erstmal möchte ich den zentralen Begriff zumindest kurz erklären.

Was ist Neuroathletiktraining?

Neuroathletiktraining, auch NAT genannt, beschreibt eine Weiterentwicklung des klassischen Athletiktrainings, die das Gehirn und das Nervensystem als zentrale Elemente der Bewegungssteuerung ins Training miteinbezieht. Diese Herangehensweise rückt unter anderem die Bedeutung der Augen für die Ausführung von Bewegungen in den Mittelpunkt. Denn wie es Lars gesagt hat, die Augen tun weitaus mehr als nur Sehen. 

Mein heutiger Gast Lars Lienhard studierte Sportwissenschaften, theoretische Medizin und Erziehungswissenschaften und gilt als der Pionier des neuronal gesteuerten Athletiktrainings in Deutschland. Bereits seit 2010 trainiert Lars Top-Athleten aus verschiedensten Bereichen, darunter Fußball (Lars wurde sogar Weltmeister als externer Trainer mit der DFB-Auswahl bei der WM 2014 in Brasilien), Leichtathletik und Wintersport.

Wie du deine Augen trainieren kannst

In der Episode erklärt Lars, wie er seinen neurozentrierten Ansatz entwickelt hat, welche Bedeutung visuelles Training hat und wie sich andere Faktoren, wie Schlaf, Ernährung und Umfeld auf das Nervensystem auswirken können. Für Spitzensportler ist die Episode ein absolutes Muss, aber auch für die Nicht-Athleten unter meinen Zuhörern hat Lars ein paar einfache Tipps und Tricks auf Lager, um seine Bewegungen im Alltag zu verfeinern.

Ein neuer, aufregender Bereich, einfach erklärt von einem absoluten Innovator auf dem Gebiet. Viel Spaß mit dieser Episode über Neuroathletiktraining mit Lars Lienhard.

Show Notes

  • 00:30 – Über den Start des neurozentrierten Trainings
  • 14:00 – Wie Lars seine Athleten in Top Down und Bottom Up einteilt
  • 18:30 – Wie lange es dauert, bis visuelles Training wirkt
  • 22:00 – Über den Zusammenhang mit Brainhacking und die Parallelen zu Biohacking
  • 23:30 – Die Bedeutung von Ernährung und Schlaf auf das zentrale Nervensystem
  • 39:30 – Über das richtige Alter und andere Voraussetzungen für erfolgreiche Sportler
  • 47:20 – Über die tatsächliche Bedeutung der Augen
  • 53:00 – Was jeder von zuhause aus für sich tun kann
  • 01:05:00 – Über die Bewegung im Flow-Zustand

Zitate aus der Episode

  • 05:30 – Wenn man einmal über Bewegungssteuerung nachdenkt, dann ist man relativ schnell beim zentralen Nervensystem.
  • 12:00 – Habe ich eine Verschiebung des Körpergewichts, müssen sich alle Systeme neu gegen die Schwerkraft ausrichten.
  • 17:00 – Wenn sich auf einmal ein System wieder anschaltet, ist das erstmal nicht adäquat auftrainiert.
  • 19:15 – Oft wenig mit hohem Fokus zu trainieren ist oft viel effizienter als: So jetzt mache ich mal ne halbe Stunde Augentraining und geh den Rest des Tages Schlafen.
  • 28:30 – Das Gehirn analysiert immer alle Informationen gleichzeitig.
  • 29:45 – Individualsportler haben in der Regel von klein auf gelernt, mehr ins Detail zu gehen.
  • 30:50 – Aber auch in den Mannschaftssportarten verhalten sich die Besten der Besten wie Individualsportler. Immer. Die sind fast alle gleich. Die besten Fußballer, mit denen ich gearbeitet habe, unabhängig vom Talent, arbeiten alle gleich.
  • 33:15 – Die Besten benutzen ihre Systeme anders. Sie bewegen sich anders. Die Bewegung sieht immer spielerisch leicht aus, weil sie im Gehirn nicht als Gefahr wahrgenommen wird.
  • 34:45 – Man hat immer geglaubt, die genetische Komponente ist die entscheidende. Das ist aber nicht so. Ich glaube, ich habe schon mit olympischen Athleten Medaillen gewonnen, die deutlich weniger talentiert waren als andere.
  • 40:15 – Wir können wirklich unglaublich viel bis zu einem unglaublichen Niveau dazulernen und das in jedem Alter. Das wissen wir aus der Neuroplastizität. Es ist viel viel mehr möglich als wir glauben.
  • 48:50 – Das Auge macht so unglaublich viel und nur eine Funktion davon ist Sehen. Es aktiviert unglaublich wichtige Hirnareale.

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Kommentare

  • Jsabella Bär

    Lieber Max, der Podcast mit Marc war etwas bom Grössten eas ivh gehört habe. Frage: Er spricht an, dass nach Gewichtsveränderung alle Systeme neu kalibriert werden müssen. Wo erfahre ich mehr dazu? Habe nach33 kg Abnahme im Kraftbereich keine Probleme, aber bei Joggen geht nichts vorwärts. Bin 55 Jahre. Danke! Jsabella

    Antworten

    • Maximilian Gotzler Autor

      Hallo liebe Jsabella, vielen Dank dafür! Das wichtigste ist, deinem Körper Zeit zu geben, sich an die neuen (tollen) Voraussetzungen zu gewöhnen. Wenn du die Kalibrierung beschleunigen willst, dann würde ich mit einem Profi wie Lars oder Daniel Knebel durchführen. -Max

      Antworten

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